Linoleum, das moderne Naturprodukt

Quelle: Forbo Gerhart-Hauptmann-Haus Hiddensee
Quelle: Forbo Gerhart-Hauptmann-Haus Hiddensee

Alle Vorteile auf einen Blick

  • widerständig gegenüber Abnutzung
  • leicht zu reinigen
  • fungizide und antibakterielle Wirkung
  • antistatisch
  • rutschhemmend
  • schwer entflammbar
  • beständig gegen Öle und Fette
  • wärmedämmend
  • viele ansprechende Farben, Formen und Mustern
  • Einarbeitung von Intarsien möglich

Zusammensetzung ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen

Quelle: Forbo Linoleum Rohstoffe
Quelle: Forbo Linoleum Rohstoffe

Linoleum besteht zu 100% aus organischen und mineralischen Rohstoffen - von denen über 80% nachwachsend sind - und an denen sich seit der Erfindung des Produktes im Jahre 1860 durch den englischen Chemiker Sir Frederick Walton nichts Wesentliches verändert hat. Zu den Bestandteilen von Linoleum gehören:

  • Leinöl, das aus dem Samen des Flachses gewonnen wird. Hauptlieferländer sind Kanada und Argentinien, Leinsaat wird jedoch auch in Europa angebaut, vor allem in Frankreich, Großbritannien und den ostdeutschen Bundesländern.
  • Harze sind neben dem Leinöl der zweite wichtige Bestandteil des Bindemittels. In der Regel werden Naturharze von Plantagenbäumen eingesetzt.
  • Trockenstoffe (Sikkative) beschleunigen den Oxidationsvorgang des Leinöls und damit auch den Produktionsablauf. Die früher üblichen Blei- und kobalthaltigen Trockenstoffe sind heute überholt und durch unbedenkliche Substanzen wie Mangan ersetzt.
  • Holzmehl, aus Skandinavien oder Deutschland und Korkmehl, das aus den Rinden der Korkeiche und Korkabfällen gewonnen wird, dienen als Füllstoffe.
  • Kalksteinmehl (Kreide) findet sich als Füllstoff bei/in vielen elastischen Bodenbelägen.
  • Farbpigmente sind natürlichen Ursprungs oder naturidentisch und enthalten heute weder Blei noch Cadmium oder Chrom.
  • Jutegewebe bildet das Trägermaterial des Linoleums. Die Jute stammt hauptsächlich von kultivierten Pflanzen aus Bangladesch und Indien.
  • Linoleummehl entsteht durch Schreddern, Schroten und Mahlen der Produktionsabfälle und wird in dosierten Mengen wieder der Grundmasse zugeführt.

Die Zusammensetzung von Linoleum und seine technischen Eigenschaften sowie deren Prüfung sind in EN-Normen festgelegt. Nach ihnen wird Linoleum nach Art des Bindemittels definiert. Das Linoleum muss aus einem Leinöl und/oder anderen trocknenden Pflanzenölen und Harzen bestehen, der Mindestgehalt soll 30% betragen. Weitere Einzelheiten sind in den Normen EN 548 Linoleum, EN 686 Linoleum auf Korkment und EN 688 Korklinoleum beschrieben.

Linoleum, ein Belag mit vielen Vorteilen

Quelle: Forbo Mensa Paderborn
Quelle: Forbo Mensa Paderborn
  • Linoleum ist widerstandsfähig gegenüber Abnutzung und hält daher auch bei intensiver Benutzung jahrelang stand. Selbst bei starker Belastung dehnt sich das Linoleum nach Entfernen der Last wieder aus und ist so eben wie zuvor (maximal 2 mm tiefe Druckstellen sind der Norm nach erlaubt)
  • Linoleum ist durch seine glatte Oberfläche sehr leicht zu Reinigen, ohne Ritzen und Fugen, in denen sich Schmutz und Schmier sammelt.
  • Linoleum verfügt über eine leicht fungizide und antibakterielle Wirkung. Daher wird Linoleum sehr gerne in Krankenhäusern, Kindergärten, Kindertagesstätten etc. verwendet.
  • Linoleum ist antistatisch, ebenso unerwartete wie unangenehme Entladungen von statischer Elektrizität gehören damit der Vergangenheit an. Wer gerne seinen Rechner öffnet oder auf andere Weise mit elektrischen Bauteilen arbeitet, schützt sich mit Linoleumboden vor teuren Schäden an der empfindlichen Elektronik.
  • Linoleum ist rutschhemmend - diese Eigenschaft spricht wohl für sich.
  • Linoleum ist schwer entflammbar, was zusätzlich Schutz vor verheerenden Bränden bieten kann. Zigaretten können selbst bei komplettem Abbrennen auf dem Linoleum nicht mehr als Verfärbungen hervorrufen.
  • Linoleum ist beständig gegen Öle und Fette, sowie einer Menge weiterer Chemikalien. Benzin, Ethanol oder Öl etwa können spurlos beseitigt werden.
  • Linoleum wirkt wärmedämmend - es spart Heizkosten und fühlt sich trotzdem angenehm fußwarm an. Auch eine Fußbodenheizung kann darunter verlegt werden.
  • Auch wenn Linoleum mit der Zeit eine leichte farbliche Abweichung ("Reifeschleier") entwickeln kann, reicht schon eine Stunde im Licht der Mittagssonne, um diesen vollständig Effekt rückgängig zu machen.
  • Linoleum ist in vielen verschiedenen ansprechenden Farben und Mustern erhältlich, auch die Einarbeitung von Intarsien, z. B. eines Firmenlogos, ist möglich.

Lieferformen und Einsatzbereiche

Quelle: Forbo Marmoleum Kindergarten
Quelle: Forbo Marmoleum Kindergarten

Linoleum wird standardmäßig in vier Stärken hergestellt: 2,0 mm; 2,5 mm; 3,2 mm und 4,0 mm. Die übliche Lieferbreite bei Bahnenware beträgt 2,00 m, des weiteren werden aber auch Fliesenformate angeboten.Weiterhin sind Fliesen oder Paneele als Kombinationsprodukte aus Linoleum auf einer HDF-Trägerplatte mit Korkgegenzug erhältlich. Diese lassen sich sehr einfach im Klick-System verlegen.


Ebenfalls ist Linoleum als modularer Bodenbelag von der Firma Forbo erhältlich. Mit der Kollektion „Marmoleum® Modular“ steht ein Linoleumbelag in Planken und Fliesen zur Verfügung, dessen Elemente in vier verschiedenen, untereinander kombinierbaren, Größen (25x25 cm, 50x25 cm, 50x50 cm und 50x75 cm) angeboten werden. Diese Linoleumvariante kann mit denselben funktionellen Vorteilen punkten, wie Designbeläge im Vinylbereich: einfache Verlegung, bequemes Handling, weniger Verschnitt, partielle Austauschmöglichkeit, kreative Verlegeoptionen. Die Rezeptur entspricht der von klassicher Bahnenware. Anstelle des Juterückens wird ein Polyestergewebe eingesetzt, das für die nötige Flexibilitat und Dimensionsstabilität sorgt.


Darüber hinaus werden auch Spezialbeläge für besondere Anforderungen angeboten. Hierzu zählen z.B. Sportbeläge, ein Kombinationsprodukt aus Oberbelag Linoleum in 3,2 oder 4,0 mm Dicke und einer Elastikunterlage von ca. 7 mm Dicke; ableitfähige Beläge speziell für sensible Bereiche wie z.B. Serverräume, Intensivstationen, Räume für medizinische Diagnostik; Akustikbeläge für Bereiche, in denen der Trittschall wirksam reduziert werden soll.

Quelle: Forbo Marmoleum Sport
Quelle: Forbo Marmoleum Sport

 

Die verschiedenen Einsatzbereiche von Linoleum unter Berücksichtigung der Materialstärke:

  • 2,00 mm Linoleum: Starke Beanspruchung im Wohnbereich (Wohnräume, Flure), starke Beanspruchung im gewerblichen Bereich (Büros, Hotels, Boutiquen, Klassenräume), geringe Beanspruchung im industriellen Bereich (Elektro-Werkstätten, Feinmechanik-Werkstätten etc.)
  • 2,50 mm Linoleum: Starke Beanspruchung im Wohnbereich, sehr starke Beanspruchung im gewerblichen Bereich (Flughäfen, Mehrzweckhallen, Schalterräume, Kaufhäuser), normale Beanspruchung im industriellen Bereich (Lagerräume, Elektronik-Werkstätten). Weitere Einsatzmöglichkeiten: Büros, Krankenhäuser, Schulen, Schiffe, Treppen, Hotels, Restaurants, Kantinen.
  • 3,20 mm Linoleum: Starke Beanspruchung im Wohnbereich, sehr starke Beanspruchung im gewerblichen Bereich, normale Beanspruchung im industriellen Bereich. Weitere Einsatzmöglichkeiten: Öffentliche Gebäude, Postämter, Aufzüge, Kasernen, Theater, Ausstellungsräume, Kaufhäuser, Krankenhäuser, Schulen, Kantinen.
  • 4,00 mm Linoleum: Starke Beanspruchung im Wohnbereich, sehr starke im gewerblichen Bereich, starke Beanspruchung im industriellen Bereich (Lagerräume, Produktionshallen). Weitere Einsatzmöglichkeiten: Sporthallen, Lagerhäuser, Fertigungsbetriebe, Druckereien, Tanzböden, Straßen- und U-Bahnen, Autobusse, Diskotheken.

Reinigung und Pflege

Quelle: Forbo Reinigung und Pflege
Quelle: Forbo Reinigung und Pflege

Linoleum ist ein sehr robuster und pflegeleichter Bodenbelag, aber selbst der pflegeleichteste Bodenbelag benötigt die richtige Pflege.

  • Schutz vor Beschädigungen und Verschmutzung Durch den Einsatz von ausreichend großen Sauberlaufzonen im Eingangsbereich (mindestens 3 bis 4 Schrittlängen) vermindert sich der Schmutzeintrag und die mechanische Belastung des Bodenbelags wird verringert.Stühle mit defekten oder fehlenden Stuhlgleitern, sowie ungeeigneten Stuhlrollen können sowohl den Oberflächenschutz, als auch den Fußbodenbelag beschädigen. Daher empfiehlt es sich die Möbelstücke mit geeigneten Stuhl- bzw. Möbelgleitern, oder Stuhl-/Möbelrollen (Typ W nach DIN EN 12528 und 12529) auszustatten.Beschädigungen des Linoleums können ebenfalls durch spitze Gegenstände (z. B. Stilettoabsätze), die mit einer hohen punktuellen Belastung auf die Bodenbelagskonstruktion einwirken, verursacht werden. Diese Belastungen sollten, soweit möglich, vermieden werden.
  • Bauschlussreinigung Vor der Benutzung des neu verlegten Bodenbelags muss eine Bauschlussreinigung durchgeführt werden, um verlege- und baubedingte Verschmutzungen zu entfernen. Das werkseitig aufgebrachte Finish darf hierbei jedoch nicht beschädigt werden.Die Reinigungslösung auftragen und nach einer Einwirkzeit von ca. 10 Minuten den Belag, unter Verwendung eines Schrubbers oder einer Einscheibenmaschine mit entsprechendem Pad, schrubben, die Schmutzflotte aufnehmen und den Belag mit klarem Wasser gründlich nachwischen, bis alle Reinigungsmittelreste vollständig beseitigt sind.
  • Laufende Reinigung / UnterhaltsreinigungDie Beseitigung von lose aufliegendem Schmutz erfolgt durch saugen oder feuchtwischen mit einem nebelfeuchten Wischmopp.Zur Beseitigung normaler Verschmutzungen den Boden im Nasswischverfahren, unter Einsatz eines vom Hersteller empfohlenen Reinigungsmittels, mit einem Wischmopp oder Reinigungsautomaten reinigen.Die Beseitigung stark haftender Verschmutzungen (Zwischenreinigung) erfolgt unter Verwendung eines Schrubbers oder Reinigungsautomaten. Dem Wischwasser wird hierzu das Reinigungsmittel in einer höheren Konzentration als bei der normalen Reinigung zugefügt (Herstellerangaben beachten)
  • Grundreinigung Zur Vorbereitung einer Oberflächensanierung bzw. wenn alte Pflegefilme, sehr hartnäckige Verschmutzungen und andere Rückstände das Aussehen der Oberfläche des Linoleum beeinträchtigen, empfiehlt sich eine Grundreinigung. Die Reinigungslösung auftragen und nach einer Einwirkzeit von ca. 15 – 20 Minuten den Belag, unter Verwendung eines Schrubbers oder einer Einscheibenmaschine mit entsprechendem Pad, reinigen und die Schmutzflotte aufnehmen und den Belag mit klarem Wasser gründlich nachwaschen. Nach einer intensiven Trocknung kann der Belag poliert und/oder mit einer neuen Schutzschicht eingepflegt werden. Hierzu unbedingt die Angaben des Herstellers beachten.

Bitte beachten Sie:

Bei dieser Pflegeempfehlung handelt es sich um allgemeine Reinigungs- und Pflegeempfehlungen. Es sind jedoch grundsätzlich die Angaben des Linoleum-Herstellers und des Reinigungsmittel-Herstellers zu beachten. Bei Nichtbeachtung können ggf. Garantieansprüche erlöschen.